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Thema: Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

  1. #1
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    Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

    Am 11. Januar 2019 schrieb KSM Anime ein Statement, warum es in der Schweiz keine Kino-Events in der Schweiz gibt.
    Quelle: https://twitter.com/KSMAnime/status/1083682711343153154

    Wichtigste Punkte seitens KSM zusammengefasst:

    - Keine Nachfrage (u.a. am Beispiel durch die Fantasy Basel aka "FaBa").
    - Gem. ihrer Marktforschung zu wenig Nachfrage (im Fall von NGNL 1'350 Tickets; in AT waren es 1'931); alleine deshalb nicht rentabel
    - Zusätzliche Kosten, u.a. durch einen extra Filmverleiher in der Schweiz
    - Gem. Film-Gesetz (FiG) Art. 19.2 müssen die Sprachfassung aller 4 Landessprachen in den Kinos verwertet werden ("grösste Hürde")


    Leider sind eigentlich alle diese Argumente falsch oder zumindest ungenau.
    Hier zusammenfassend, was dazu falsch ist oder KSM nicht beachtete (Details zu meinen Nachforschungen sind in Folge-Beiträgen):

    - Es ist nicht nötig, für alle Sprachfassungen die Kinorechte zu besitzen (gem. KSM "grösstes Hindernis"). Es reicht aus, wenn man jene hat, die für die Verwertung benötigt. Dafür habe ich eine schriftliche Bestätigung seitens des Bundesamts für Kultur.

    - Fantasy Basel (FaBa): Da gibt es keinen Anime-Content. Genauso könnte KSM beim Spiel BVB gegen S04 im Stadion einen Stand aufstellen. Es wird unter den Leuten Anime-Fans geben, aber viel zu wenige, weil ja keiner wegen Anime ins Stadion geht.

    - Verkauf von DVD/BD an der FaBa: macht für Fans keinen Sinn, da die Dinger billiger sind, wenn man sie online aus Deutschland bestellt (z.B. über amazon) und damit 25-30% einspart (im Vergleich zum Handel in der Schweiz).

    - Nachfrage: KSM schrieb von 1'350 potentiellen Tickets (bei NGNL). Nicht berücksichtigt hat KSM, dass die Tickets in der Schweiz teurer sind, die Umsatzsteuer hingegen wesentlich tiefer. Der Netto-Umsatz wäre deshalb sogar leicht höher als jener in Österreich.

    - Letztes Jahr gab es in der Schweiz 579 Filmstarts in den Kinos. Davon waren 114 mit unter 1'000 Tickets, also ca. 20%. Damit müsste gem. KSM mindestens jeder fünfte Film in den Schweizer Kinos unrentabel sein; und dies btw. über Jahre. Sorry, klingt doch sehr unrealistisch.

    - Für kleine Events ist kein Filmverleih in der Schweiz nötig (Aussage Bundesamt für Kultur). Leider wurde nie definiert, bis wann (Anzahl Kinos) dies gilt (hat leider offenbar nie ein Anime-Publisher nachgefragt). Die Definition wird vom BAK nun gemacht und soll in einigen Tagen veröffentlicht werden. Auf Nachfrage beim BAK erhielt ich als Antwort: bis zu 20 Vorstellungen sind möglich, damit dies noch als "Einzelvorstellung" gilt. Dies reicht aus meiner Sicht locker, um diese Events auch hier in der Schweiz durchführen zu können.

    - Das Interesse seitens der Filmverleiher scheint vorhanden zu sein. So werden immer in der Westschweiz wieder Anime-Filme (regulär!) im Kino gezeigt. Dies passierte auch letztens mit «Dragon Ball Super: Broly». In diesem Fall möchte der Schweizer Filmverleiher den Film auch in der Deutsch-Schweiz zeigen, was jedoch bis jetzt nicht möglich war. Die Gründe dürfen sie zwar nicht nennen, jedoch liegt es nicht an ihnen als Filmverleih.


    Meine Abklärungen ergeben deshalb: es war schon immer möglich, dass man den Event auch in der Schweiz zeigt.
    Zu den hier aufgeführten Argumenten äusserte sich bis jetzt keiner der Publisher.

    Dass derzeit sämtliche betroffenen deutschen Anime-Publisher sich nicht dazu äussern, lässt stark vermuten, dass ihnen die notwendigen Argumente fehlen und sie auch allein verantwortlich sind, dass die Anime Kino-Events nicht in der Schweiz stattfinden.

    Was kann man machen, wenn man Anime-Filme – genauso wie in Deutschland und Österreich – im Kino sehen möchte?
    Beim derzeitigen Wissensstand liegt das Problem bei den deutschen Publishern. Somit ist die einzige Möglichkeit, bei diesen Publishern nachzufragen und nicht locker zu lassen. Wahrscheinlich wird man die Anfragen per e-mail ebenfalls ignorieren und nicht beantworten; genauso auf Social Media. Eine andere Möglichkeit sehe ich jedoch nicht, wie man die Publisher dazu bringen könnte, dass sie ihre Events auch in der Schweiz durchführen.

    Details zu meinen Abklärungen in Folge-Posts.
    Geändert von Hyperion (12.07.2019 um 21:39 Uhr)

  2. #2
    Multi-Beiträgler Avatar von Hyperion
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    AW: Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

    Details zu den Abklärungen:

    Frühling 2018:
    Meine erste Anfrage ging an 4 verschiedene deutsche Anime-Publisher. Diese haben wie folgt geantwortet:


    • 3 der Publisher antworteten, dass dies aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.
    • 1 dieser 3 Publisher antwortete auf die Frage, warum es in Österreich funktioniert, dass sie als deutscher Publisher nicht für die Kino-Vermarktung in Österreich zuständig sei.
    • Auf Nachfrage von mir konnte keiner der 3 Publisher den Gesetzesartikel nennen, der eine Durchführung des Events in der Schweiz verhindert.
    • Auf Nachfrage von mir bestätigte keiner der 3 Publisher, ob es der Gesetzesartikel FiG Art. 19.2 (Einverleiherklausel) sei (ich war somit der erste, der diesen Artikel nannte; habe aber bereits damals erklärt, dass dieser dies nicht verhindert).
    • 1 dieser 3 Publisher will sich dies nochmals genauer anschauen. Dies wird jedoch einige Zeit dauern.
    • Der 4. Publisher antwortete, dass die Kinos in der Schweiz «Anime nicht verstehen» und deshalb nicht an solche Events interessiert sind.


    Man beachte hier, dass keiner der 4 Publisher nur ein einziges Wort über die Rentabilität verloren hat.
    Aufgrund der Antwort des 4. Publishers habe ich dann auch die 2 grössten Kinoketten gefragt. Hier die Antworten:


    • Kette A hat noch nie eine Anfrage von den Publishern erhalten. Sie solle sich melden und das Konzept vorlegen.
    • Kette B ist tatsächlich etwas skeptisch. Jedoch zeigte sich in der Antwort auch, dass die Kinokette sehr schlecht über diese Events in Deutschland und Österreich Bescheid weiss. Vermutlich hat auch diese Kette nie eine Anfrage von den Publishern erhalten.



    November/Dezember 2018:
    Nun habe ich nochmals bei den Publishern nachgefragt, da bereits die ersten Events angekündigt wurden. Einer der Publisher antwortete dabei.


    • Man habe die nötigen Rechte für eine Kinorechte in der Schweiz.
    • Man habe auch die Kinos in der Schweiz mehrmals angefragt, jedoch gaben diese nie eine Antwort.
    • Meine Kontakte zu den Kinoketten wurden angefragt, damit sie dort das Konzept zustellen können.
    • Auf Nachfrage (ca. 1 Monat später) habe Kette A nicht geantwortet, Kette B hingegen würde das Konzept prüfen, hat aber dann noch nicht geantwortet.



    Januar 2019:
    KSM veörffentlicht das Statement (siehe 1. Post in diesem Thread). Auf meine Argumente ist KSM jedoch nicht eingegangen.
    Erstmals wird über die Rentabilität gesprochen. Jedoch hat bis jetzt keiner der Publisher beantwortet, warum z.B. 1350 verkaufte Ticktes (gem. KSM-Beispiel) nicht rentabel sei, jedoch in der Schweiz über 20% der Filme (über hundert Filme) in 2018 weniger als 1000 verkaufte Tickets aufwies. Seltsam ist auch, dass dies im Frühling 2018 bei keinem einzigen Publisher ein Thema war.

    April 2019:
    Nach einigen Abklärungen mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) habe ich folgende rechtlichen Punkte abgeklärt:


    • Es ist nicht nötig, dass man die Rechte für alle Landessprachen benötigt. Wenn nur Deutsch (bzw. OT mit dt. Untertitel) im Kino verwertet wird, dann sind nur diese Rechte nötig.
    • Für Einzelevents (z.B. Festivals) ist kein Schweizer Filmverleiher nötig. Eine genaue Definition von «Einzelevents» (bzw. ab wann es eine «Kinoauswertung» ist) gibt es nicht (z.B. wie viele Vorstellungen/Kinos dies betrifft). Dies wird das BAK nun definieren (müsste eigentlich langsam veröffentlicht werden).

    Hier die Originaltexte aus der e-mail:
    «…Allerdings müssen nur die Rechte für die zur Auswertung gelangenden Sprachversionen gekauft werden. D.h. wenn die Französische und die Italienische Sprachversion gar nicht zur Auswertung gelangen, reicht es, wenn die Verleihfirma mit Sitz in der Schweiz (und Geschäftsführung mit Wohnsitz in der Schweiz) die Rechte an der deutschen Sprachversion für die ganze Schweiz erwirbt.»
    «Es sind in der letzten Zeit allerdings noch ähnliche Fälle wie der von Ihnen geschilderte Fall an uns herangetragen worden. Deshalb sind wir zum Schluss gekommen, dass wir eine genaue Definition von «Kinoauswertung» ausarbeiten und publizieren müssen…
    …Wir hoffen, Ihre Fragen hiermit beantwortet zu haben. Die Ausarbeitung der genauen Definition von «Kinoauswertung» wird noch etwas Zeit für Abklärungen in Anspruch nehmen; dennoch hoffen wir, diese im Mai auf unserer Webseite transparent zu publizieren.»

    Mai 2019:
    Im März 2019 in der Romandie und im Tessin der Anime-Film «Dragon Ball Super: Broly» im Kino gezeigt (im regulären Kinoprogramm; nicht als Event; total über 4000 verkaufte Tickets). Beim Filmverleiher ist auch eine Kinoauswertung in der Deutschschweiz angekündigt, jedoch steht dort immer noch «tba» als Termin. Deshalb habe ich auch dort nachgefragt, warum der Film immer noch nicht in deutsch-schweizer Kinos gezeigt wurde und warum auch andere sehr erfolgreiche Anime-Filme wie «Your name» oder «Mirai no Mirai» nicht im Kino gezeigt werden. Hier der Originaltext der Antwort:

    «Der Start von DRAGON BALL SUPER: BROLY war von Anfang an gewünscht in D-CH aber ist leider immer noch verhindert, wegen Gründen die ich Ihnen leider nicht mitteilen darf.
    Manchmal sowie bei den Titeln die Sie erwähnt haben, liegen gewisse Verhinderungen nicht nur beim Schweizer Verleiher.
    Falls der Start doch endlich wahr werden kann, werden Sie es erfahren.»

    Der Filmverleih hat somit bestätigt, dass es nicht an den Filmverleiher liegt, dass Anime-Filme in der Deutschschweiz kaum bis gar nicht gezeigt werden. Der einzig wirklich nennenswerte Unterschied zwischen den einzelnen Sprachgebieten sind die Publisher. Somit liegt es sehr nahe, dass es wohl doch primär an den deutschen Publisher liegt, weshalb die Events nicht in der Schweiz stattfinden.

    Juli 2019:
    Der Filmverleih hat auf seiner Webseite nun als Kinostart von "Broly" in Deutschschweiz den "25.7.2019" angegeben.
    Noch unklar ist, ob es sich um eine "reguläre Kinoverwertung" (wie in der Westschweiz und im Tessin) handelt und der Film am 25.7. startet oder ob das Datum ein "technisches Datum" ist (Start der "Kinowoche" ist jeweils der Donnerstag) und der Film im Rahmen von "Anime Nights" analog wie Deutschland und Österreich am DI, den 30.7. abends gezeigt wird.
    Und natürlich ist auch noch unklar, in welchen Kinos der Film gezeigt wird.

    Vom BAK ist nun die Antwort eingetroffen:
    "Ja, wir haben eine Praxis ausgearbeitet: Bis zu 20 Vorstellungen können noch als «Einzelvorführungen» gelten, ab 21 Vorführungen gilt aber die Auswertung als Kinoauswertung und muss dementsprechend von einer bei uns registrierten Verleihfirma verantwortet werden. Mit dieser Definition stützen wir uns auf die Zulassungsbedingungen für die Oscars, wo Filme mindestens 21 Vorführungen in Kinos vorweisen müssen, um als Kinofilme zu gelten.
    Diese Informationen sind noch nicht auf unserer Webseite; wir sind dabei, auch die Informationen zur Einverleiherklausel anzupassen und werden dann die Neuerungen zusammen publizieren."
    Ich denke, 20 Vorstellungen reichen locker, dass man diese Events auch in der Schweiz durchführt. Sollte die Nachfrage trotzdem zu gross sein, sprechen wir von über 4000 Tickets (bei eher kleinen Kinosälen von 200 Sitzplätzen). Da sind wir defintiv bei einer Grösse, bei dem man sich einen Filmverleih in der Schweiz leisten kann.
    Geändert von Hyperion (12.07.2019 um 21:42 Uhr)

  3. danke für die nachforschung
    Ranma Saotome glaubt:
    Interessant, danke.
    dark columbia meint:
  4.  

  5. #3
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    AW: Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

    Ich weiss zwar nicht, was ein "KSM Kino-Event" ist, aber wenn es dir darum geht, dass Animes in Schweizer Kinos laufen sollen, wuerde ich mich nicht an die grossen Ketten ("Kette A", "Kette B") wenden sondern an Alternativkinos wie das Riffraff oder Houdini in ZH. Die zielen bewusst auf ein kleineres Publikum ab und zeigen Filme ausserhalb des Mainstreams. Sie haben auch schon mehrfach gezeigt, dass Anime und Japanische Filme klar dazu gehoeren. Letztens lief z.B. diese Veranstaltung in diesen beiden Kinos: http://ginmaku-festival.com/

    Ausserdem gibt es in ZH das "Alternativkino", das immer mal wieder einen Anime im Kino Xenix zeigt: https://alternativkino.ch/
    Tomtom kuendigt das jeweils auch hier im Forum an, z.B. hier: https://www.mangaforum.org/showthread.php?t=22616

    Davon abgesehen gab es schon Leute, die kleine Kinos gemietet und dort Animes gezeigt haben - aber mehr als einmal den Saal fuellen lag da wohl nie drin (war aber wohl auch nie die Absicht).

    Dass du mit Animes (ohne lokalen Filmverleiher der Marketing dafuer treibt) in die grossen Kinos rein kommst, wage ich hingegen stark zu bezweifeln. Andererseits, wenn es sich fuer Kitag lohnt irgendwelche tuerkischen/etc. Filme zu zeigen - trotz dem eher kleinen Zielpublikum (im Verhaeltnis zu Filmen in DE/EN) - dann lohnt es sich vielleicht auch Animes fuer ein ebenso kleines Zielpublikum zu zeigen.

  6. #4
    Multi-Beiträgler Avatar von Hyperion
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    AW: Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

    KSM hat bei einzelnen ihrer Filmtiteln solche Kino-Events durchgeführt, unter anderem bei mehreren Digimon Tri-Filmen und beim NGNL-Film.
    Kazé macht dieses Jahr jeden Monat (immer am letzten Dienstag des Monats) ebenfalls einen solchen Kino-Event. Universum Anime tut dies bei ihren (derzeit eher wenigen) Anime-Filmen ebenfalls (z.B. Your Name). Dies gilt ebenfalls für Peppermint Anime, wobei dieser Publisher dies selten tut (z.B. SAO), dafür aber in mehreren Städten das Akiba Pass Festival durchführt (in glaube ich 10 deutschen und 2 österreichischen Städten).

    Diese Events der vier Publisher (ohne Akiba Pass Festival) haben mehrere Vorteile:

    - Es werden Anime-Filme gezeigt, die meist gar nicht ins Kino gekommen wären (da Einzelevent einfacher umsetzbar sind als reguläre Kinoauswertung)
    - Die Filme werden meist zu einer guten Uhrzeit im Kino gezeigt (z.B. Dienstag um 20 Uhr oder am Sonntag Nachmittag), da "Special Interest" sonst oft an Randzeiten gezeigt werden (z.B. werktags Nachmittag)
    - Die Events finden in sehr vielen Städten statt; derzeit in meist über 200 Kinos in Deutschland und Österreich
    - Die grossen Ketten (Cinemaxx, UCI, etc.) machen auch mit, was die Vermarktung und allg. Bekanntheit dieser Events sicherlich stark fördert (und sicherlich ein Grund für den Erfolg dort ist; denn zu Beginn waren diese Events nur in 1-2 Dutzend Kinos; jetzt wie gesagt bei über 200).

    Natürlich gibt es das Alternativkino. Aber sonst muss man fast noch suchen. Anime wird jährlich noch (1-2 Filme) beim Filmfestival Fantoche in Baden gezeigt (dieses findet jedoch dieses Jahr erneut gleichzeitig zur Connnichi statt; was natürlich suboptimal ist).
    Wir haben also grundsätzlich maximal 2-3 Anime-Film pro Jahr in der Deutschschweiz und die Events finden auch eher in der Umgebung von Zürich statt. Alleine Kazé zeigt ja dieses Jahr 12 Anime-Filme im Kino und gesamthaft wird man nur durch die Events der deutschen Publisher auf über 20 Anime-Filme kommen. Hinzu kommt, dass dies nicht nur in einer bestimmten Stadt bzw. nur in den grossen Städten gezeigt wird, sondern sehr flächendeckend.

    Broly wurde übrigens auch in den beiden Pathé Kinos in Lausanne und Genf gezeigt. Klar, in der Westschweiz haben Animationsfilme allgemein einen anderen Stellenwert. Jedoch wurde der Film auch erst eine Woche vor Kinostart vom Filmverleih angekündigt. Bezüglich Marketing seitens des Filmverleihers muss man also sagen, dass dies alles andere optimal war. Trotzdem gab es über 4000 Zuschauer und wie gesagt war Pathé mit dabei.

    In der Deutschschweiz ist dies natürlich etwas schwieriger, da der Stellenwert hier geringer ist. Jedoch gibt es dafür mehr Einwohner. Als regulärer Kinostart haben es Anime-Filme sehr schwer. Dies gilt aber auch für Deutschland und Österreich, weshalb überhaupt auf die Idee von solchen Events kam. Dennn ein einzelner Time-Slot für solch einen Event hat jedes Kino (wird ja auch hier gemacht mit "Ladys Nights", "Family Day", etc.).

    Ich denke schon, dass die grossen Kinoketten hier mitmachen würden. Denn diese führen immer mehr nur noch Multiplex-Kinos. Man hat also meist vor Ort 8 Kinos zur Verfügung und für die Betreiber ist primär einmal wichtig, dass die Leute kommen. Und da ist ein einzelner Anime-Film, der 100-200 Zuschauer an einem Dienstagabend (oder Sonntag Nachmittag) ins Kino lockt trotzdem rentabler als wenn sie stattdessen einen Marvel-Film in der 10. Woche zeigen, der nur noch 10-20 Zuschauer in den Saal bringt.

    Wie du selbst sagt: für eine Kette wie Kitag - ebenfalls fast nur noch Multiplex-Kinobetreiber - lohnen sich "Special Interest" Filme auch, wenn man diesen zeigt für vielleicht 100 Leute als wenn man einen 10 Wochen alten Blockbuster zeigt.
    Genau dies ist sicherlich auch der Grund, warum in Deutschland/Österreich Ketten wie UCI, Cinemaxx, etc. auch teilnehmen.

  7. #5
    Multi-Beiträgler Avatar von Hyperion
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    AW: Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

    Heute etwas neues zu "Broly":

    Der Filmverleih hat auf seiner Webseite nun als Kinostart von "Broly" in Deutschschweiz den "25.7.2019" angegeben.
    Noch unklar ist, ob es sich um eine "reguläre Kinoverwertung" (wie in der Westschweiz und im Tessin) handelt und der Film am 25.7. startet oder ob das Datum ein "technisches Datum" ist (Start der "Kinowoche" ist jeweils der Donnerstag) und der Film im Rahmen von "Anime Nights" analog wie Deutschland und Österreich am DI, den 30.7. abends gezeigt wird.
    Und natürlich ist auch noch unklar, in welchen Kinos der Film gezeigt wird.

  8. #6
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    AW: Waurm es keine Anime Kino-Events in der Schweiz gbit

    Antwort vom BAK bezüglich der Definition von Kinoauswertung:

    "Ja, wir haben eine Praxis ausgearbeitet: Bis zu 20 Vorstellungen können noch als «Einzelvorführungen» gelten, ab 21 Vorführungen gilt aber die Auswertung als Kinoauswertung und muss dementsprechend von einer bei uns registrierten Verleihfirma verantwortet werden. Mit dieser Definition stützen wir uns auf die Zulassungsbedingungen für die Oscars, wo Filme mindestens 21 Vorführungen in Kinos vorweisen müssen, um als Kinofilme zu gelten.
    Diese Informationen sind noch nicht auf unserer Webseite; wir sind dabei, auch die Informationen zur Einverleiherklausel anzupassen und werden dann die Neuerungen zusammen publizieren."

    Aus meiner Sicht reichen 20 Vorstellungen locker, damit man diese Events auch bei uns durchführen kann.

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