Ich muss zugeben, ich war positiv überrascht. Ich war als Kind ziemlich angetan von dem Hörspiel Heidi, habe das Buch aber nie gelesen.
Später dann fand ich die Geschichte mehr und mehr lasch, langweilig… gewöhnlich.

Das Musical zeigt das zweite Heidi Buch. Doch es ist nicht einfach nur die Geschichte des jungen Mädchens…
Ein Mann und eine alte verbitterte Frau streiten sich. Soll Sie, Johanna Spyri eine Biographie schreiben? Sie sagt nein, ihr Verleger jedoch fragt nun, ob es ihr denn lieber wäre, dass in naher Zukunft aus ihren Hinterlassenschaften eine Biographie aus Vermutungen, Lügen und Verschönerungen erstellen würde…
Sie jagt ihn davon und versinkt in ihrer Erinnerung.
Ihr Erfolg mit Heidi, die Entstehung der zweiten Geschichte um ihre junge Heldin. Heidis Leben steht und Fällt mit Johannas Liebe zu Conrad Ferdinand Meyer.
Die frische Witwe fängt eine Romanze mit ihrem verheirateten Jugendfreund an, gemeinsam schreiben sie an der Geschichte des Mädchens, bauen ihre Romanze mit ein und die Realität vermischt sich mit der Geschichte.
Wundervoll inszeniert!

Wer viel Kitsch um ein kleines Mädchen erwartet, wird jedoch enttäuscht. Die Liebe zwischen Johanna und Conrad ist zum scheitern verurteilt und in ihrer Trauer stürzt sie Heidi mit sich ins verderben... ein Trauriges Ende für ein Kinderbuch? Wer weiss ^^
Ich mochte diese drammatischen Szenen total.

Die Bühne war… fantastisch. Selten habe ich so viel aus so wenig entstehen sehen. Und da es geregnet hat, wurde das ganze einwenig überdacht, mit Schirmen versehen und die Kostüme ein wenig wasserdicht gemacht. Alles natürlich voll eingeplant, die Choreographie angepasst ^^ genial

In den Hauptrollen der Johanna und des Conrads glänzten Sue Mathis und Christoph Wettstein die beiden waren einfach herrlich.
Auf der Seite von Heidi jedoch hatte man etwas zu leiden.
Fräulein Rottenmeier und der Pfarrer sangen sehr gut, auch der Alpöi konnte nicht wegen Mangelndem Talent klagen schliesslich ist Florian Schneider auch als DAS Phantom der Oper, der Schweiz bekannt…
Leider aber sind die Lieder aus der Geschichte in Schweizerdeutsch… schwerfällig, plump… nicht die Schuld der Musik sondern schlicht und einfach des Dialekts… Schweizerdeutsch eignet sich nicht sonderlich zum grossen Gesang.
Ausserdem sang Heidi kläglich.
Der Geissenpeter, Samuel Klauser, jung, charmant, höflich, gut aussehend und talentiert im ersten Semester der Münchner Musicalschule konnte deshalb nicht wirklich beweisen, was er drauf hat. (Allerdings muss er doch verdammt gut sein, hat man ihn doch für die Rolle des Judas angefragt…)

Ich kann es nur empfehlen ^^